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07. Dezember 2004 Druckversion | Versenden | Leserbrief
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SCHAUSPIELERIN SIBEL KEKILLI

Als Jüdin im Zug nach Auschwitz

Sie hat einen Goldenen Bären, einen Deutschen Filmpreis und einen Bambi: Sibel Kekilli gilt als profilierteste Darstellerin ihrer Generation. Jetzt hat sie Produzenten-Legende Artur Brauner für sein neuestes Filmprojekt verpflichtet: ein Drama über eine Jüdin zur Zeit des Holocausts.

Darstellerin Sibel Kekilli: Schwere Rollen - vor und auf der Leinwand
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DDP
Darstellerin Sibel Kekilli: Schwere Rollen - vor und auf der Leinwand
Hamburg - Schwere Rollen ist sie gewohnt - auf der Leinwand und in Wirklichkeit. In Fatih Akins preisgekröntem Drama "Gegen die Wand" spielte Sibel Kekilli eine junge Türkin, die sich den Moralvorstellungen ihrer Familie nicht anpassen will. In der Realität trat sie gegen jene Medien an, die sie aus dem Image der Porno-Aktrice nicht entlassen wollten.

Dass die 24-Jährige zu den besten Darstellerinnen ihrer Generation in Deutschland gehört, kann nach der Leistung in "Gegen die Wand" niemand mehr bestreiten. Für den Altmeister der deutschen Filmproduktion, Artur Brauner ("Hitlerjunge Salomon"), ist die Darstellerin deshalb die ideale Besetzung für seinen geplanten Film "Der letzte Zug". Kekilli soll die Hauptrolle spielen: eine Jüdin auf dem Weg ins KZ Auschwitz.

"Sie ist eine große Schauspielerin. Ich kenne keine andere, die innerhalb von einem Jahr drei große Auszeichnungen gewonnen hat", erklärte der 86-jährige Brauner der "Bild"-Zeitung (Dienstagausgabe).

"Der letzte Zug" wird nach Brauner das Leiden der nach Auschwitz Verschleppten thematisieren. Erzählt wird die Geschichte von 1.200 Menschen, die sechs Tage und Nächte ohne Nahrung und Wasser in Viehwaggons ihrer Vernichtung entgegenfahren. "Es ist das Jahr 1943, Berlin soll zum Geburtstag des Führers 'judenrein' gemacht werden", so Brauner. Gedreht werde ab Ende April 2005 zehn Wochen lang in Litauen, Düsseldorf und Berlin. Kekilli bereite sich bereits mit Büchern und Filmen über die Nazizeit auf ihre Rolle vor, hieß es.

Den Rummel um ihre Person sieht die Schauspielerin, die für den Europäischen Filmpreis nominiert ist, eher zwiespältig. "An die Aufmerksamkeit habe ich mich immer noch nicht gewöhnt", erklärte sie der Zeitschrift "Gala". So sei ihr einen Tag vor der "Bambi"-Verleihung "vor lauter Aufregung richtig schlecht" gewesen.

Dennoch liebe sie den Glamour: "Man fühlt sich schon ein bisschen wie eine Prinzessin, wenn man ein tolles Make-up aufgelegt bekommt und ein schönes Kleid tragen darf. Auch wenn die Schuhe mich jedes Mal umbringen", so der Jungstar. In ihrem türkischen Elternhaus habe es "jede Menge" modische Verbote gegeben, dies sei einer der Gründe für ihre rebellische Lebensphilosophie: "Ich mache, was ich für richtig halte, und lasse mir da von niemandem hineineinreden. Und ich lasse mich nicht von vermeintlich Stärkeren einschüchtern."




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