SCHAUSPIELERIN SIBEL KEKILLI
Als Jüdin im Zug nach
Auschwitz
Sie hat einen Goldenen Bären, einen Deutschen Filmpreis
und
einen Bambi: Sibel Kekilli gilt als profilierteste Darstellerin ihrer
Generation. Jetzt hat sie Produzenten-Legende Artur Brauner für
sein
neuestes Filmprojekt verpflichtet: ein Drama über eine Jüdin
zur Zeit
des Holocausts.
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DDP
Darstellerin Sibel Kekilli:
Schwere Rollen - vor und auf der Leinwand
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Hamburg
- Schwere Rollen ist sie gewohnt - auf der Leinwand und in
Wirklichkeit. In Fatih Akins preisgekröntem Drama "Gegen die Wand"
spielte Sibel Kekilli eine junge Türkin, die sich den
Moralvorstellungen ihrer Familie nicht anpassen will. In der
Realität
trat sie gegen jene Medien an, die sie aus dem Image der Porno-Aktrice
nicht entlassen wollten.
Dass die 24-Jährige zu den besten Darstellerinnen ihrer Generation
in
Deutschland gehört, kann nach der Leistung in "Gegen die Wand"
niemand
mehr bestreiten. Für den Altmeister der deutschen Filmproduktion,
Artur
Brauner ("Hitlerjunge Salomon"), ist die Darstellerin deshalb die
ideale Besetzung für seinen geplanten Film "Der letzte Zug".
Kekilli
soll die Hauptrolle spielen: eine Jüdin auf dem Weg ins KZ
Auschwitz.
"Sie ist eine große Schauspielerin. Ich kenne keine
andere, die innerhalb von einem Jahr drei große Auszeichnungen
gewonnen hat", erklärte der 86-jährige Brauner der
"Bild"-Zeitung (Dienstagausgabe).
"Der letzte Zug" wird nach Brauner das Leiden der nach Auschwitz
Verschleppten thematisieren. Erzählt wird die Geschichte von 1.200
Menschen, die sechs
Tage und Nächte ohne Nahrung und Wasser in Viehwaggons ihrer
Vernichtung entgegenfahren. "Es ist das Jahr 1943, Berlin soll zum
Geburtstag des Führers 'judenrein'
gemacht werden", so Brauner. Gedreht werde ab Ende April 2005 zehn
Wochen lang in Litauen, Düsseldorf und Berlin. Kekilli bereite
sich
bereits mit Büchern und Filmen über die Nazizeit auf ihre
Rolle vor,
hieß es.
Den Rummel um ihre Person sieht die Schauspielerin, die für den
Europäischen Filmpreis nominiert ist, eher zwiespältig. "An
die
Aufmerksamkeit habe ich mich immer noch nicht gewöhnt",
erklärte sie
der Zeitschrift "Gala". So sei ihr einen Tag vor der
"Bambi"-Verleihung "vor lauter Aufregung richtig schlecht" gewesen.
Dennoch liebe sie den Glamour: "Man fühlt sich schon ein bisschen
wie eine Prinzessin, wenn man ein tolles Make-up aufgelegt bekommt
und ein schönes Kleid tragen darf. Auch wenn die Schuhe mich jedes
Mal umbringen", so der Jungstar. In ihrem türkischen Elternhaus
habe es
"jede Menge" modische Verbote gegeben, dies sei einer der Gründe
für ihre
rebellische Lebensphilosophie: "Ich mache, was ich für richtig
halte, und lasse mir da von niemandem hineineinreden. Und ich lasse
mich nicht von vermeintlich Stärkeren einschüchtern."
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