22.09.2005 - Filmfest Hamburg

Bis einen Tag vor der Veranstaltung wusste ich nicht, ob Sibel dort sein wird oder nicht. Die Karte hatte ich schon viel früher online gebucht, denn so oder so - die Europa-Premiere des Films "Der Fischer und seine Frau" wollte ich gerne sehen, allein schon wegen Alexandra Maria Lara und Christian Ulmen. Gegenüber der Regisseurin Doris Dörrie hatte ich zwar einige Vorbehalte, denn "Nackt" war für mich nicht so der Riesenhit, aber lassen wir uns überraschen.

In Berlin kam ich viel später weg als geplant, aber in Hamburg kam ich viel besser durch als gedacht, so dass ich reichlich pünktlich um 17.00 Uhr vor dem Cinemaxx Dammtor stand. Fast niemand stand am roten Teppich, alles frei, und damit wieder die übliche Fettnäpfchen-Frage: "Wo hinstellen für die besten Fotos?" Drinnen, draußen, links, rechts, quer? Ich entdeckte eine Autogrammjägerin direkt links neben dem Eingang. Ja, der gegenüberliegende Platz (also für die, die sich nicht auskennen: rechts) schien optimal zu sein. Die Promis mussten ganz nah vorbei und müssten eigentlich in der Nähe der Presse wegen anhalten. Das werden bestimmt die allerbesten Fotos (träumte ich). So sieht's ohne die Stars aus:



Rechts sieht man schon den Leiter des Filmfests Albert Wiederspiel. Ja, das sieht doch alles recht vielversprechend aus, oder? Und so vielversprechend blieb es auch - bis die Promis kamen. Allerdings stellte ich zunächst verwundert fest, wieviele total unbekannte Promis es doch so gibt. Die erste Bekannte war Sibel, bloß es war in dem Gewühl von Foto- und Filmkameras kaum noch etwas zu sehen. Hinzu kam, dass mein Camera-Blitz immer so 20 Sekunden zum Aufladen braucht, da hat man nicht viele Chancen. Also nun die besten Fotos von Sibel, ich gebe zu, das ist mal wieder nicht sonderlich gelungen ...

Sibel Kekilli

Sibel Kekilli

Sibel Kekilli

Sibel Kekilli

Tja, meistens ist man zu weit weg, und heute war ich zu nah dran. Aber so konnte ich wenigstens hören, was die Journalistin Sibel fragte, nämlich ob sie sich "besonders auf Alexandra" freut. So eine behämmerte Frage, warum sollte sie? Sie antwortete, dass sie sich auch auf das Filmfest, den Film und Christian Ulmen freut. Dann verschwand sie in den Innenraum. Bei mir hingegen war nicht soviel Grund zur Freude, denn mein Platz erwies sich plötzlich als sehr ungünstig. Also beschloss ich, auch in den Innenraum zu gehen. Ich hatte ein Online-Ticket für Saal 3 (in Saal 1 durften nur geladene Gäste). Der Eingang neben mir war von einer Ordnerin verstellt. "Wie komme ich denn bitte in den Innenraum?" - "Durch die Mitte, aber nicht damit!" meinte sie schroff und sah auf mein Ticket. "Ja aber wie denn dann?" - "Sie müssen Ihr Ticket am Anmeldezelt in eine richtige Eintrittskarte umtauschen. Aber 100%ig weiß ich das auch nicht." WAAAAAASSSSS??? Ich sah hinüber zu den Menschenmassen am Zelt. Vorhin war alles leer, aber woher hätte ich wissen sollen, dass das Ticket umgetauscht werden muss? "Na toll, dann stehe ich da doof rum, und in der Zeit sind alle Promis drin und der Film fängt an!" war ich innerlich schon frustriert. In der Tat stand ich nun ca. 20 Minuten am Zelt, immerhin zwischen allen möglichen unbekannten Promis, die sich über ihre ach so tollen Dreharbeiten austauschten. So, nun bin ich also vorne. "Kann ich bei Ihnen mein Online-Ticket gegen ein richtiges umtauschen?" - "Nein." - "Das habe ich mir gedacht. Und wo dann?" - "Sie müssen in den Innenraum gehen." - "Eine GROßARTIGE Idee! Da bin ich noch nicht drauf gekommen. Bloß will mich Ihre Kollegin am Eingang nicht hineinlassen." - "Muss sie aber. Wenn nicht, kommen Sie bitte nochmal her." Kampfeslustig stapfte ich zum Eingang, um das Gefecht mit der Ordnerin aufzunehmen, doch die hatte inzwischen schon von selbst die Flucht ergriffen, denn es konnte inzwischen jeder hinein, ob mit oder ohne Karte! Ich ging zum ersten Kartenhäuschen. "Ich möchte bitte mein Online-Ticket in eine richtige Eintrittskarte umtauschen." - "Dann müssen Sie zum Zelt gehen." - "Nein, da war ich schon." - "Hier drin gibt es keine Karten, glauben Sie's mir!" So, nun war der Dampfkessel kurz vorm Pfeifen, und ich ging zum Zelt an die Seite zum "Service". "Ich war vorhin schonmal hier, und ich möchte für diese Online-Karte eine richtige Karte." - "Die gibt es hier nicht, da müssen Sie hinein zum Filmfest-Stand gehen. Tickets für Saal 3 gibt es nur drinnen." Sie schüttelte den Kopf, nahm schon ihr Handy, hielt dann aber kurz inne. "Wieviele Karten möchten Sie denn?" - "Eine." - "Würden Sie auch in Saal 1 gehen?" Oh! In den Promisaal. "Ja." - "Da kann es aber ganz schön Gedränge geben." - "Macht nichts." (zwischen Sibel und Alexandra würde ich mich schon gerne drängen) Und schon hatte ich die Karte in der Hand.

                     

"Und wie komme ich nun rein?" - "Über den roten Teppich." Uff. Erst darf man gar nicht, dann soll man über den roten Teppich flanieren. Bloß stehen da lauter Promis im Weg rum. Jasmin Gerat, diverse Fotografen? WEG DA .... Ich schritt voll genervt wegen der chaotischen Organisation über den roten Teppich, guckte, ob ich drinnen jemand Bekanntes sehe (nein), gehe in Saal 1 und sehe dort auch niemand Bekanntes. Oder doch: Ich sehe auf der Leinwand Alexandra Maria Lara über den roten Teppich gehen. Der rote Teppich wurde nämlich live in den Kinosaal übertragen. Also konnten vor wenigen Minuten die ganzen Gäste mich grimmig über den Teppich stapfen sehen - herrlich. Wieder die Frage: Vorne auf einen Halsausrenkplatz, damit man hinterher Fotos machen kann, oder hinten auf einen bequemen? Ich verschob die Entscheidung, ging wieder hinaus, denn ich hatte Hunger. Am Stand: "Wir dürfen nichts Essbares verkaufen." Toll. Und als ich auf meine Cola light wartete, ging hinter mir Christian Ulmen vorbei für kleine Ulmens. Hmmm.... wäre ja auch mal witzig, einem Promi aufs Klo zu folgen, und wenn das bei den Damen schon schwierig ist, dann.... Nee, ich ging mit meiner Cola wieder in den Saal, von Sibel nichts zu sehen, die Halsausrenkplätze waren inzwischen voll, ich hatte bloß Glück, dass hinten ein paar Reservierungen aufgehoben wurden. Schön, ich saß. Nun konnte ich warten, was mir zuerst das Leben schwermachen würde: der Magen oder die Blase. Glücklicherweise hielten beide ganz gut durch.

Die Filmtruppe mit Alexandra Maria Lara und Christian Ulmen saß 5 Reihen vor mir. Alexandra ging beim Musik-Vorprogramm von Gustav Peter Wöhler freudig mit, und vorher drehten sich Alexandra und Christian zu jemandem um, der in der Reihe vor mir sitzen musste, denn ich glaube kaum, dass sie mir so freudig zuwinken würden, obwohl ich's sicher verdient hätte. Okay, dann komme ich doch noch zu meinem Foto, ich zücke schnell die Camera, das Display blieb schwarz: "Bitte wechseln Sie den Akku!" So, nun reicht's. Jetzt konzentriere ich mich halt auf den Film.

Vorher noch ein paar Reden, dann ging's endlich los. Der Film handelt von der Love-Story zwischen Alexandra und Christian, wie sie sich kennen- und lieben lernen bis hin zu mehr oder weniger ernsthaften Problemen. Wie's nunmal im Leben ist. Die Dialoge sind wie in "Nackt" ziemlich genial, bloß ist der "Fischer" nicht so langweilig, was für mich auch wesentlich an den Hauptdarstellern liegt. Christian gefällt mir noch besser als in "Herr Lehmann" und Alexandra schlüpft in viele Kostüme und Frisuren, so dass das verwöhnte Auge kaum hinterher kommt. Ja, der Film hat mir wirklich ganz gut gefallen. Nun nicht der Mega-vom-Sitz-Reißer, aber doch unterhaltsam und sehenswert.

Danach gab es Applaus, die Filmcrew kam auf die Bühne, für Christian wurde ein Geburtstagsständchen gesungen, und danach gingen sie unten zur Seite raus. Da sich der Camera-Akku inzwischen erholt haben dürfte, ging ich noch ein wenig auf Promi-Suche, traf dann in der Tat Helmuth Karasek auf dem Klo, verkniff mir das Foto. Ich ging dann auf den Kino-Vorplatz, und genau in diesem Moment fuhr die Limousine mit Christian Ulmen los.... Also irgendwie war alles ganz schön verzwickt... Offizielle Fotos gibt es hier zu sehen.

Für das Ticket-Chaos bekam ich immerhin von der Ticket-Verantwortlichen per Email eine Entschuldigung. Es wäre richtig gewesen, wie ich es dachte, nämlich mit dem Online-Ticket direkt zum Saal 3 zu gehen. Bloß wussten die Ordnerinnen mit dem Online-Ticket nichts anzufangen, weil sie so etwas noch nie gesehen hatten.....



Zum Eingang