Sibel Kekilli

Fiat-blog 2008

Sibel Kekilli

Sibel Kekilli

Für mich ist mein Handy etwas sehr Wichtiges und Persönliches. Es ist mir sogar wichtiger als meine Handtasche, und das will schon was heißen. Wenn ich mein Handy verlieren würde, wäre das eine Katastrophe.

Beim Kauf eines Handys geht es mir nicht nur um die Funktionalität, sondern auch um ein sexy Design. Ja, ich finde Handys sexy. Mein neues Businesshandy ist für mich wie eine Schatztruhe und Wundertüte in einem. Schatztruhe, weil alle meine persönlichen privaten und geschäftlichen Daten darin aufbewahrt werden, wie z.B. persönliche Fotos, Telefonnummern, private Nachrichten, Visitenkarten etc.. Und Wundertüte, weil ich mit dem integrierten mp3-Player überall Musik hören kann, jederzeit schöne Momente als Foto- oder Videoaufnahme festhalten oder das Navigationssystem benutzen kann, falls ich wieder planlos durch die Gegend irre. Ebenso wichtig, wie SMS zu schreiben und zu telefonieren, ist für mich, jederzeit und überall im Internet surfen und meine Emails abrufen zu können. Ich liebe es, flexibel zu sein, also selbst zu entscheiden, wann und wo ich erreichbar bin oder nicht. Doch es ist trotzdem erschreckend, wie schnell wir abhängig von so einer Technik geworden sind. Irgendwo klingelt immer ein Telefon, jeder besitzt mindestens ein Handy. Wie haben wir es eigentlich nur ohne ausgehalten? Wie haben wir es geschafft, eine Verabredung auch pünktlich einzuhalten oder einen Termin kurzfristig ab- bzw. zuzusagen? Heute kann man schnell und einfach eine SMS verschicken, wenn man keine langen Telefongespräche führen möchte. Hat man sich früher dann gar nicht mehr gemeldet? Und früher bedeutet gerade mal vor ca. 10 Jahren, und doch hat das Handy in dieser kurzen Zeitspanne die ganze Gesellschaft, unsere Lebensgewohnheiten und unsere sozialen Beziehungen auf den Kopf gestellt und verändert. Ist jetzt alles persönlicher oder unpersönlicher geworden? Haben wir dadurch mehr Kontakt zur Außenwelt, oder ist es doch oberflächlicher?

Macht uns diese neue Kommunikationsform unzuverlässig?

Trotzdem gibt mir das Handy ein Gefühl von Sicherheit, und das meine ich nicht nur in Notfällen. Wenn ich mich z.B. beobachtet fühle oder auf jemanden warten muss, dann greife ich zum Mobiltelefon und lenke mich ab. So fühle ich mich von der Außenwelt abgeschottet. Und natürlich können Handys einen auch in peinliche oder witzige Situationen bringen. Wenn man z.B. aus Versehen eine sehr persönliche SMS an einen falschen Empfänger schickt oder gegenüber jemandem so tut, als ob man gerade telefoniert, und genau in diesem Moment das Handy tatsächlich klingelt.


Sibel kekilli 


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